Bildquelle: MEV

Sicherheit
Warnung vor unsicherem WLAN in vielen deutschen Hotels

Für das Hacken eines öffentlichen WLANs braucht man nur zwei Dinge: Ein Smartphone und eine spezielle Netzwerkanalyse-App. Dem Berliner Sicherheitsunternehmen Steganos ist es mit dieser schlichten Ausstattung gelungen, sich Zugang zu sensiblen Daten in Hotel-Netzwerken zu verschaffen.

Kategorie: News
Text: Top hotel, 05. März 2013

Schauplatz der WLAN-Hacks waren mehrere Hotels namhafter Ketten in Berlin Mitte. Während sich ein Steganos-Mitarbeiter mit seinem Notebook in das öffentliche WLAN des Hotels einloggte, startete ein anderer Mitarbeiter von seinem Smartphone aus die Netzwerkanalyse-App dSploit. Der Mitarbeiter am Smartphone konnte nicht nur das Mail-Passwort problemlos mitlesen, sondern ganze Facebook-Sitzungen live übernehmen. So konnten gefälschte Nachrichten auf Facebook gepostet werden, private E-Mails mitgelesen, Instant-Messaging-Nachrichten abgefangen werden und vieles mehr.

Ursache ist eine eklatante Sicherheitslücke vieler öffentlicher WLANs. Die Daten, die zwischen dem Notebook und dem Router ausgetauscht werden, also alle Daten, die beim Surfen anfallen, werden im Regelfall unverschlüsselt übertragen. Sicher ist der Nutzer nur dann, wenn die angesurfte Webseite eine HTTPSVerbindung anbietet.

„Es ist unfassbar, wie leicht sich öffentliche WLANs immer noch hacken lassen. Dabei sind diese Sicherheitslücken in der Branche längst bekannt. Und man benötigt kaum technisches Verständnis oder Hackerkenntnisse“, erklärt Gabriel Yoran, Geschäftsführer von Steganos.

„Mit den abgefangenen Passwörtern hätten wir die Online-Identität des Mitarbeiters übernehmen können. Das Aussperren vom eigenen Facebook-Account oder der Versand von Spam über den Computer des Mitarbeiters wären dann noch harmlose Szenarien gewesen. Durch die Verwendung des Autorisierungsverfahrens Facebook Connect, das auf vielen Websites zum Einsatz kommt, könnte man sich so die Identität seines Opfers aneignen – selbst wenn man ‚nur’ den Facebook-Zugang mitgeschnitten hat.“

Um das Mitschneiden dieser Daten im WLAN zu verhindern, hat Steganos das Programm Steganos Online Shield 365 entwickelt. Ist das Programm auf dem Rechner aktiviert, verschlüsselt und anonymisiert es automatisch die Verbindung ins Internet. Egal, ob der Nutzer zu Hause, im Büro oder in einem öffentlichen WLAN surft

Info: www.steganos.com

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