Harte Schnitte, gespielte Aufregung: In der neuen Reality-Show „Hotel Hell“ versucht sich ausgerechnet der englische Starkoch Gordon Ramsey als Hoteltester in den USA.
Kategorie: News
Text: Carsten Hennig, 17. August 2012
Der für seinen Küchen- und Führungsstil nicht unumstrittene smarte Brite besucht notleidende Hotels, um dort für den nötigen Erfolg zu sorgen. In der ersten Folge im Junniper Hill Inn im US-Bundesstaat Vermont geht es gleich zur Sache: Stinkende Gästezimmer, kaltes Mittagessen – und es kommt heraus, dass die Inhaber pleite sind und ihre Mitarbeiter nicht mehr oder nur noch teilweise bezahlen können.
„Hotel Hell“ war die Vorlage für die RTL-Serie „Der Hotelinspektor“ mit Heinz Horrmann. Doch trotz TV-Effekte wird man schnell müde. Gordon regt sich nur noch auf – und die Dialoge werden endlos von Tonstörungen anstelle jeden Schimpfwortes – und davon machen alle Akteure reichlich Gebrauch – verunstaltet.
Doch die Quote stimmt offenbar. TV-Fachmedien zufolge sahen zuletzt über fünf Millionen Amerikaner die Höllen-Show. Gordon Ramsey reist also nun durchs weite Land und sucht ausgewählte grässliche Hotels, schreckliche Inns und grottenschlechte Bed & Breakfast-Etablissements auf. Er redet allen ins Gewissen, sowohl unerfahrenen Inhabern und Chefs als auch bockigen Mitarbeitern – auch mit harten Worten.
Ob man dabei etwas lernt, darf jeder selbst entscheiden. Kurzweilige Unterhaltung ist „Hotel Hell“ zweifellos. Vielleicht auch nicht mehr. Aber wie so oft in Amerika ist es eine Marketingmaschine – das zwar durchaus geschmackvoll eingerichtete, aber trotzdem desaströse Junniper Hill Inn wirbt offiziell mit „Hotel Hell“, trotz Totalveriss ...
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