Paul Hanny wurde am 20. Juni 1940 in Naturns im Vinschgau als eines von sechs Kindern einer Bergbauernfamilie geboren. Seine Mutter, die die große Familie zusammenhielt, sieht er als sein Vorbild an. Nach der Schulzeit in Meran und Bozen und einer Lehre als Schaufensterdekorateur ging er mit 24 Jahren nach Südamerika. Die Erfahrung dieser Wanderjahre prägte sein Verständnis von Heimat und Offenheit gegenüber Fremden. Zurück in Italien versuchte er sich im Sport unter anderem als Beifahrer bei der Rallye Marokko im Jahr 1968. Nach einer Begegnung mit dem Bobfahrer Oscar D’Andrea wechselte er zum Bobsport und war Mitglied im Bobteam Italia 1.
1974 kam er mit einem Bruder nach Sulden und erkannte, dass hier seine Bühne war, wo er sein Naturell und seine Kontaktfreudigkeit Sinn stiftend einsetzen konnte. Paul Hanny machte es sich zur Lebensaufgabe, das Bergdorf am Fuße des Ortler bekannt zu machen. Aus einem Ort mit nur wenigen Wochen Winter- und Sommersaison wurde ein Ganzjahresziel für Skisportler, Wanderer und Bergsteiger. Hanny warb für Sulden auf Tourismusmessen und entwickelte völlig neue Ideen, die für Schlagzeilen sorgten. Er kaufte die ersten Skibusse an, organisierte Ski-Test-Wochen mit Spitzensportlern zum Anfassen, importierte 1985 gemeinsam mit Reinhold Messner Yaks aus dem Himalaya nach Sulden und entwickelte eine eigene Tourismuswährung, den Sulden Tschosch.
Neben Sulden, das für ihn Bestimmung und Lebenswerk zugleich ist, bezeichnet Hanny die Begegnungen mit Josef Hurton und Reinhold Messner als Meilensteine seines Lebens. Mit Josef Hurton, dem örtlichen Seelsorger und Gletscherpfarrer, ehemaligen Chef der Bergrettung und Mitbegründer der ersten Lawinenhundeschule Italiens, verbindet ihn die Leidenschaft, Gutes für die Menschen in Sulden zu tun. Reinhold Messner lernte er 1974 bei einem Vortrag kennen. Viele gemeinsame Erlebnisse verbinden die beiden wie die Durchquerung von Bhutan, die zufällige Anwesenheit beim Fund des Gletschermannes Ötzi 1991, aber auch die Achttausender Expedition zum Cho Oyu im Jahr 1982, bei der Hanny von einer Lawine verschüttet und erst nach drei Tagen von Reinhold Messner gerettet wurde. Als der Ausnahmebergsteiger 1986 den letzten der vierzehn Achttausender gemeistert hatte, organisierte Pauly Hanny für ihn einen Empfang, der live vom ZDF-Sportstudio übertragen wurde. 2004 eröffnete Reinhold Messner in Sulden sein viertes Messner Mountain Museum mit dem angrenzenden Restaurant „Yak und Yeti“.
Sein besonderes Gespür für die Menschen, seine Verlässlichkeit und positive Lebenseinstellung, sein Respekt und Liebe zur Natur sowie seine Heimatverbundenheit haben Paul Hanny über Jahrzehnte hinweg zu einem Sympathieträger für Sulden gemacht. Mit prominenten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien verbinden ihn langjährige freundschaftliche Kontakte. Auf Einladung von Jürgen Todenhöfer, dem ehemaligen Politiker und Burda-Manager, besuchte Michael Jackson im Jahr 2001 das Bergdorf und lernte Paul Hanny kennen.
Jürgen Todenhöfer widmet in seinem Buch „Teile dein Glück...und du veränderst die Welt – Fundstücke einer abenteuerlichen Reise.“ Paul Hanny folgende Zeilen: „Tugend kommt von Tüchtigkeit. Man muss kein Mönch, keine Nonne, kein Heiliger sein, um nach Tugenden zu leben. Man kann auch ein fröhlicher Freund sein mein Suldener Freund Paul Hanny.“
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